JHV 2026
Seit vielen Jahren begleitet uns als Freiwillige Feuerwehr unserer Stadt ein zentrales Thema: der dringend notwendige Neubau eines modernen Feuerwehrgerätehauses. Zahlreiche Gespräche wurden geführt, Pläne diskutiert, Standorte geprüft – doch eine endgültige Entscheidung stand bislang aus. Für uns ist jedoch längst spürbar, dass unser jetziges Domizil den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Wie unser Ortsbrandmeister Daniel Welz in seinem Jahresbericht eindringlich schilderte, stoßen wir insbesondere bei Sicherheits- und Hygienestandards an klare Grenzen. Zeitgemäße Umkleidebereiche, die Trennung von kontaminierter Einsatzkleidung und Privatbereich oder ausreichend dimensionierte Fahrzeughallen sind heute unverzichtbar. Unser Anspruch ist es, professionell, sicher und zukunftsorientiert zu arbeiten – dafür brauchen wir die passenden Rahmenbedingungen. In den Jahren 2026/ 27 sollen auch die Sirenen für den Katastrophenschutz in der Stadt Bad Lauterberg und den Ortsteilen erneuert werden.
Mit Anerkennung dankte Bürgermeister Rolf Langer uns für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden im Dienst der Allgemeinheit. Tag und Nacht stehen wir bereit, verlassen Familie, Arbeit oder Freizeit, wenn der Alarm ertönt. Besonders hoffnungsvoll stimmt uns seine Mitteilung, dass nach intensiven Prüfungen nun konkrete Gespräche über den Ankauf eines geeigneten Grundstücks geführt werden. Nach Jahren des Wartens scheint sich endlich eine greifbare Perspektive zu eröffnen.
Wie wichtig eine moderne Infrastruktur ist, zeigt ein Blick auf das vergangene Einsatzjahr. Im Durchschnitt wurden wir an jedem zweiten Tag alarmiert – eine Zahl, die die stetig wachsende Belastung eindrucksvoll widerspiegelt. Unsere Einsätze reichten von einem herausfordernden Brand in einem großen Hotel über eine gemeldete Explosion in einem Sanatorium bis hin zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit verletzten Personen. Besonders diese Einsätze gehen uns nahe. Wenn Menschen verletzt oder in Not geraten sind, verlangt uns das nicht nur körperlich, sondern auch seelisch viel ab. Doch genau in diesen Momenten zeigt sich der starke Zusammenhalt innerhalb unserer Wehr – wir stehen füreinander ein und tragen schwierige Erlebnisse gemeinsam.
Auch unser stellvertretender Stadtbrandmeister Kai Giza sprach offen über die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Eine ausreichende Zahl an Lehrgängen ist unerlässlich, um mit den stetig steigenden Anforderungen Schritt zu halten. Moderne Technik, neue Einsatzszenarien und veränderte gesetzliche Vorgaben verlangen kontinuierliche Weiterbildung. Ebenso müssen wir unsere Einsatzdokumentation weiter optimieren. Ein dringendes Anliegen bleibt zudem die Sanierung der Wasserentnahmestellen an der Oder – sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Löschwasserversorgung. Stolz sind wir hingegen auf unsere Drohnenstaffel, die uns bei zahlreichen Einsätzen wertvolle Lagebilder geliefert und damit wichtige Entscheidungen erleichtert hat.
Ein besonderes Herzstück unserer Arbeit ist die Nachwuchsförderung. Die Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen unserer Kinderfeuerwehr und zum 60-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr waren für uns emotionale Höhepunkte. Sie haben nicht nur eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig unsere Gemeinschaft ist, sondern auch, wie groß das Interesse der jungen Generation an unserem Ehrenamt bleibt. Unsere Kinder und Jugendlichen sind mehr als nur der Nachwuchs – sie sind das Fundament unserer Zukunft, die Träger unserer Werte und die Einsatzkräfte von morgen.
Sehr wertvoll ist für uns auch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Polizeihauptkommissar Guido Schwarze würdigte das vertrauensvolle Miteinander, das sich insbesondere bei der gemeinsamen Suche nach einer vermissten älteren Frau bewährte. Solche Einsätze zeigen, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen, klare Kommunikation und eingespielte Abläufe sind. Der Wunsch nach weiterem Austausch und gemeinsamen Treffen findet unsere volle Unterstützung.
Eine besondere Ehre war der Besuch von Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutscher Feuerwehrverband und Gründungspräsident des Verband der Feuerwehren der Europäischen Union. Seine Worte über unseren hohen Ausbildungsstand und unsere Einsatzbereitschaft erfüllen uns mit Stolz. Gleichzeitig nehmen wir seine konstruktiven Anregungen ernst – denn Stillstand darf es in unserer Arbeit nicht geben. Wer Sicherheit gewährleistet, muss sich stetig weiterentwickeln.
Als Freiwillige Feuerwehr verstehen wir uns nicht nur als Einsatzorganisation, sondern als verlässlicher Bestandteil unserer Stadtgemeinschaft. Kameradschaft, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft prägen unser Handeln. Die Aussicht auf ein neues Feuerwehrgerätehaus ist für uns weit mehr als ein Bauprojekt – sie ist ein Zeichen der Wertschätzung, ein Bekenntnis zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und eine Investition in die Zukunft. Mit Zuversicht, Engagement und starkem Zusammenhalt werden wir unseren Dienst weiterhin mit voller Überzeugung ausüben – heute und in den kommenden Jahren.
Wahlen/ Ernennungen:
Jugendfeuerwehrwart: Phillip Spielvogel
Stellv. Jugendfeuerwehrwart: Christoph Höche
Kassenwartin: Johanna Riechel
Schriftwart: Holger Winter
Zeugwartin: Lara Celine Meyer
Gerätewart: Axel Weinert
Atemschutzgerätewart: Sven Wilhelms
Sicherheitsbeauftragter: Jason Langer
Leitung Kinderfeuerwehr: Frederike Wilhelms
Stellv. Leitung Kinderfeuerwehr Giulia Fricke
Zugführer: ZF1: Pascal Herbrich ZF2: Daniel Schafberg
Stellv. Zugführer: ZF1: Timo Korsen ZF2: Holger Winter
Beförderungen/ Ernennungen:
Übergabe Jugendfeuerwehr an die Aktive: Sina Marie Stephan
Feuerwehrmann: Jason Pilkenrodt, Simon Vorbeck
Oberfeuerwehrfrau /-mann: Johanna Drewes, Jacqueline Kemmling, Timo Metzler
Hauptfeuerwehrmann: Olaf Hellwig
Erste/ r Hauptfeuerwehrfrau /-mann: Julia Nünne, Frederike Wilhelms
Löschmeister: Felix Lettau, Daniel Köhler
Oberlöschmeister: Dustin Pfeffer, Iraido Payne
Hauptlöschmeister: Patrik Enders, Axel Weinert, Timo Korsen
Brandmeister: Daniel Schafberg, Holger Winter
Oberbrandmeister: Daniel Welz
Ehrenmitglied: Werner Ederleh
Ehrungen:
40 Jahre Aktive Verdienste in der Feuerwehr: Stefan Eicke
50 Jahre Mitglied Feuerwehr: Maik Höche